Manche Musikerinnen altern in Würde, indem sie leiser werden. Sie wählen den Rückzug ins Akustische, drosseln das Tempo und blicken altersweise auf das eigene Werk. Und dann gibt es Brian Fallon. Der Frontmann der Punkrock-Institution The Gaslight Anthem macht auf seinem fünften Soloalbum „Not Bad for New Jersey“ genau das Gegenteil: Er dreht die Verstärker auf. Fallon feiert die Rückkehr zur ungestümen Romantik jener Rocksongs, die ihn als Jugendlichen prägten. Es ist eine Hommage an die Unvernunft sowie an Figuren, die zu viel riskieren und bedingungslos lieben. Musikalisch schlägt sich das in einer rasanten Mischung aus Power-Pop und Heartland-Rock nieder. Produziert von Butch Walker und größtenteils live in der Nähe von Nashville eingespielt, verweigert sich die Platte jeder zynischen Abgeklärtheit. Stattdessen regiert die pure, raue Energie, unterstützt von hochkarätigen Gästen wie Brandon Flowers (The Killers) oder Def-Leppard-Gitarrist Phil Collen. Diese kompromisslose Leidenschaft entfaltet ihre wahre Kraft dort, wo Fallons Musik seit jeher zu Hause ist: auf der Bühne. Live-Konzerte sind für den Songwriter aus New Jersey keine bloße Pflichtübung, sondern das eigentliche Zentrum seines Schaffens. Wenn Fallon mit seiner Reibeisenstimme vor das Publikum tritt, überträgt sich die Dynamik der Live-Aufnahmen direkt in den Saal. Seine Tourneen leben von diesem kollektiven Moment des Ausbrechens, in dem die Grenze zwischen Band und Publikum verschwindet. Es geht um das gemeinsame Erleben von Songs, die vom Scheitern und Wiederaufstehen erzählen, Hymnen für die Außenseiterinnen, die trotz aller Rückschläge weitermachen. Auf der Bühne wird diese geteilte Melancholie zu einer feierlichen Euphorie.
Das Album reflektiert diese Live-Energie perfekt. Der wuchtige Titelsong blickt fast ungläubig auf das eigene Überleben zurück, während das mit Brandon Flowers geschriebene „Love at the End of the World“ ganz ohne Refrain auskommt und eine hypnotische Dringlichkeit entwickelt. Selbst ein rasanter Punk-Song über den Ramones-Bassisten Dee Dee Ramone fügt sich nahtlos in das Bild eines Künstlers, der lieber mit Vollgas scheitert, als auf Nummer sicher zu gehen. Fallon sucht in seinen Texten bewusst die Geschichten derer, die am Ende nicht triumphieren, aber es mit einer brennenden Leidenschaft versucht haben.
Wer diese ungezähmte Hingabe selbst erleben möchte, muss nicht mehr lange warten. Im Herbst 2026 kommt Brian Fallon für vier exklusive Konzerte nach Deutschland.
Präsentiert wird die Tour von VISIONS.


