SOFTCULT


2023 UK & EU SPRING TOUR

Blue Shell, Köln
Mo, 17.04.2023
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
16,00 € zzgl. Gebühren

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Das kanadische Indie-Outfit Softcult ist seit rund zweieinhalb Jahren das Projekt der Zwillingsgeschwister Mercedes und Phoenix Arn-Horn. Gemeinsam kanalisieren die beiden Grunge-angehauchte Schattierungen von Shoegaze, Dream Pop und Punk, zusammengehalten von einer Liebe zur alternativen Ästhetik der 90er Jahre und einem ausgeprägten DIY-Ethos. Phoenix kümmert sich um Produktion und Technik, Mercedes liefert knallharte Texte, die von Jugend, Weiblichkeit und dem Erwachsenwerden handeln, während die Welt auseinanderbricht.

Basierend auf der ursprünglich aus dem Punkrock stammenden, konsequenten DIY-Kultur, haben die beiden Schwestern aus Kitchener/Ontario mit bislang zwei EPs, aufrüttelnden, selbstproduzierten Musikvideos und einem seit September 2021 monatlich erscheinenden Fanzine ein soziokulturelles Gesamtkunstwerk voll kraftvoller Haltung geschaffen. Rund um die Veröffentlichung ihrer dritten EP „See You In the Dark“ kommen Softcult im April für zwei Liveshows nach Köln und Hamburg.

Wollte man es plakativ ausdrücken, könnte man sagen: Für jeden, der die aktuellen gesellschaftlichen Debatten gern mit dem abfälligen Begriff „woke“ kommentiert, sind Softcult so etwas wie der Endgegner. Die beiden Schwestern Mercedes und Phoenix Arn-Horn haben bereits mit 16 Jahren ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben und formulieren mit Softcult kompromisslos und unmissverständlich ihre „Null Toleranz“-Haltung gegenüber vielen, derzeit in der Gesellschaft hitzig diskutierten Phänomene. Misogynie, Missbrauch, physische und seelische Gewalt, Belästigung, Frauenfeindlichkeit, soziale und geschlechtsspezifische Normen sowie psychische Gesundheit sind nur einige der Themenfelder, die sie in ihren ausnahmslos selbst kreierten und produzierten Songs und Videos aufgreifen.

Oder in ihren eigenen Worten: „Wir haben uns für Softcult entschieden, weil sich bei dieser Band alles um soziale Kommentare dreht“, sagt Mercedes. „Ein weicher Kult kann alles sein, von einer Kirche, einer Regierung, einer Familie, sogar einer Band. Es ist alles, was du nicht wirklich hinterfragst, wo du deiner Gruppe von Menschen einfach folgst. Wir befinden uns alle in weichen Kulten in der Gesellschaft, von denen wir nicht wissen, dass wir ein Teil davon sind, wir sind nur willige Teilnehmer, weil es an diesem Punkt ein normalisierter Vorgang ist. Es kann ein wenig hart klingen, aber es soll dich auch dazu bringen, dich zu fragen, zu welchen Soft Cults du gehörst – und ob du diesen wirklich anhängen möchtest.“

Hierin unterscheidet sich Softcult auch von der Riot Grrrr-Bewegung der 90er-Jahre rund um Bands wie Bikini Kill oder Soccer Mommy, auch wenn diese Formationen für die beiden Schwestern existenzielle Vorbilder und Inspirationen darstellen: Sie wollen ihre eindeutige Haltung nicht nur sichtbar machen und selbstbewusst vertreten, sie wollen vielmehr erklären, zum Umdenken motivieren und wichtige Diskurse anstoßen – insbesondere auch die inneren, die man mit sich selber führt. Auch deshalb entschieden sie sich, rund um die Veröffentlichung ihrer ersten Single „Another Bish“ ein eigenes, monatlich erscheinendes Fanzine namens SCripture zu lancieren. „Als wir dieses Projekt gestartet haben, wollten wir ausnahmslos Songs schreiben, die für uns von Bedeutung sind und sich mit teils schwierigen Themen befassen. Manchmal brauchen die Songs mehr Kontext, und wir dachten, dass das Zine-Format eine gute Möglichkeit wäre, größere Diskussionen anzuregen rund um diese Themen.“ Denn letztlich geht es bei Softcult nicht um Konfrontation und Kampf, sondern um Bewusstmachung, Reflexion und Erkenntnisgewinn. Dass die beiden obendrein derart bezugsoffene, mitreißende, unmittelbar zündende Songs komponieren, macht ihr Anliegen nur umso dringlicher.